64. Fuss Etappe: S-carl - Sesvennahütte

Streckenlänge: 11 km
Reine Marschzeit: 4 h 45 min
Höhenunterschiede: +1'014 m - 563 m
Bewertung: T4, wegen den noch vorherrschenden Firnschnee-passagen.
Teilnehmer: Rösli und Ernst Hofer, Emilia und Hansjörg Giger
Routenverlauf:
S-carl (1'810 m) - Pradè (1'897 m) - Alp Sesvenna (2'098 m) - Maragun (2'337 m) - Lai da Sesvenna (2'654 m) - Fuorcla Sesvenna (2'819 m) - Lago Sesvenna (2'638 m) - Sesvennahütte (2'258 m)


Eine attraktive und fordernde Etappe
  1. Fast rechtwinklig zum S-carl Tal führt das Val Sesvenna nach Nordosten zur gleichnamigen Alp. Die Kulisse ist grossartig. Lärchen und Arven säumen den Weg, umgeben von zum Teil verwitterten 3000er Gipfeln. Nach der Alp zweigt der Weg aber-mals rechtwinklig nach Osten ab. Bei einer Rast werden wir von einer athletischen Frau im Schnellzugstempo überholt. Sie macht einen erfahrenen Eindruck und hat eine Top-Aus-rüstung. Mann, die hats aber eilig.
  2. Nach einer Steigung erwartet uns die sumpfige Hochebene Maragun. Wir sehen wie eine junge Frau, eher fast Teenager und ganz alleine unterwegs, den Firnfeldern entlang des Weges auszuweichen sucht und in die Ebene geht. Schnell merkt sie aber, dass das nicht ohne nasse Füsse aufzulesen geht und zieht kurzerhand die Schuhe aus. Barfuss watet sie im kalten Wasser durch die Ebene. Wir ziehen es vor, Tritte in die Firn-felder zu schlagen und sind trotzdem schneller.
  1. Wir kommen in einen Talkessel und der Weg scheint plötzlich zu enden. Vor uns liegt eine ziemlich steile Firnschneeflanke. Ein Blick auf das GPS zeigt uns, dass der unter dem Schnee liegende Weg im Zickzack zum Lai da Sesvenna hinauf führen würde. Die Frau welche uns überholt hatte sitzt zwischen Fels-blöcken, schaut die Flanke hinauf und beginnt zu Picknicken. Warum hatte sie es so eilig, wenn sie doch nur bis hierher will? Wir entschliessen uns, die Flanke in der Falllinie zu nehmen und gute Tritte in den Schnee zu schlagen. Unten im weniger steilen Teil geht das noch einfach, der Schnee ist noch nicht so hart. Weiter oben im steileren Teil wirds dann aber heikler und kräfteaufwendiger. Im obersten Teil müssen wir noch über ein paar gut griffige Felsblöcke (K2) krackseln. Dann erwartet uns eine Traumlandschaft. Vor uns der Piz Sesvenna mit seinem Gletscher. Uns zu Füssen der still und einsam liegende Lai da Sesvenna.
  2. Ein weiterer Aufstieg von ca. 1/2 Std. bringt uns zur Fuorcla Sesvenna. Wir stellen fest, dass die "eilige Frau" wieder hinter uns her folgt und wortlos an uns vorbei geht. Jetzt geht uns ein Licht auf. Sie wollte sehen, wie wir die Steilflanke überwinden und konnte dann auch gleichzeitig unsere Tritte benutzen.
  3. Auch beim Abstieg müssen wir noch über mehrere grössere Schneefelder, die aber in der Zwischenzeit stark aufgeweicht sind und unseren Gleichgewichtssinn ganz schön fordern. Bald gewinnt aber das Grün wieder die Oberhand und in der Sesvennahütte merkt man, ja es ist Hochsommer.

Piz Madlain.

Die sumpfige, mit vielen kleinen Bächlein zurchzogene Ebene von Marangun.


Welche eine Idylle, der still und einsam liegende Lai Sesvenna. Wahrscheinlich ändert sich das in den nächsten Wochen.



Ein Bild fast wie im hohen Norden. Der Obere Lago di Sesvenna mit dem Föllakopf im Hintergrund.

Brücke über die Aua Sesvenna.

Im Aufstieg zum Lai da Sesvenna. Noch liegt viel Firnschnee in der Flanke. Im unteren Teil ist es noch nicht so steil und der Schnee relativ weich.

Auf der Fuorcla Sesvenna angekommen.



Unser heutigesTagesziel, die Sesvenna-Hütte.