36. Fuss Etappe: Indemini - Monte Lema

Streckenlänge: 12 km
Reine Marschzeit: 5 h 40 min
Höhenunterschiede: + 1'150 m - 570 m
Bewertung: T2+
Teilnehmer: Rösli und Ernst Hofer, Margrit und Jörg Stäheli, Emilia und Hansjörg Giger
Routenverlauf:
Indemini (979 m) - Sciresolo (860 m) - Monti Sciaga (1'154 m) - Alpe di Montola ( 1'633 m) - (Pt. 1'727 m) - Pianoni - (Pt. 1'769 m) - Monte Pola (1'742 m ) - (Pt. 1'552 m) - Monte Magino (1'589 m) - Pne di Breno (1'654 m) - Forcla d'Arasio Sparavera (1'481) - Ristorante Ostello Vetta/Monte Lema (1'550 m)


Was wir erlebt haben.
  1. Für uns als ortsunkundige ist es gar nicht so einfach, jeweils unser Restaurant, mitten im Dorfzentrum von Indemini, durch die verwinkelten Gassen zu finden. Auch die heutige Etappe führt uns zuerst durch dieses Labyrinth. Aber gerade auch dieser Umstand macht das Dorf unter anderem so einmalig.
  2. Unser Weg führt uns zu einer unheimlichen Geisterortschaft namens Monti Sciaga. Die meisten Häuser sind verfallen. Nach 1956 wurde die aufwendige Tiersömmerung aufgegeben und damit auch das landwirtschaftliche Interesse. Indemini hat zwar in der Folge immer wieder Anstrengungen unternommen um die Häuser als Rustici zu verkaufen und die Siedlung wieder zu beleben. Trotz Verbesserung der Infrastruktur, wie zum Beispiel der Bau eines Wasserreservoirs, blieb der Erfolg aus.

  1. Der Monte Lema ist ein ganz toller Aussichtsberg und wird häufig als Ausgangspunkt oder als Ziel der Gratüberschreitung Tamaro-Lema benutzt. Wegen seiner idealen Lage befinden sich in der Gipfelregion eine Sternwarte und eine Wetter-Radar-Station von MeteoSchweiz. Wir benutzen das Ristorante Ostello Vetta neben der Seilbahnstation als Bleibe für diese Nacht. Ganz beeindruckt sind wir von einem jungen Bettnach-bar. Während wir uns schlafen legen, zieht er sich extrem warm an, nimmt seinen Schlafsack und verschwindet mit einer Superkamera und einem grossen Stativ. Gegen morgen kommt er ziemlich unterkühlt in unser Zimmer zurück und erzählt uns, dass er die Nacht draussen verbracht hätte, um den Sternen-himmel zu fotografieren. Das sei ein leidenschaftliches Hobby von ihm.
  2. In die Schlagzeilen geraten war der Monte Lema vor allem im Jahre 2008. Eine ukrainische Mutter mit ihren 5 Kindern versuchte am 21.Januar von Italien über den Monte Lema in die Schweiz zu gelangen und geriet durch den aussergewöhnlich vielen Schnee in Bergnot. In letzter Minute wurde die Familie entdeckt und vor dem Erfrierungstod gerettet. Trotz diesem Drama blieb das Gesetz in diesem Falle unnachgiebig. Ein Asyl-gesuch der Mutter wurde abgelehnt und die Familie musste die Schweiz wieder verlassen.

Der Weg zu unserem Restaurant.


Der Monte Tamaro von Indemini gesehen.


Die schönen Seiten des Herbstes.


Und die allerschönste Kuh weit und breit.

Indemini von der gegenüberliegenden Seite.


Zeitweise eine steinreiche Gegend.


Die schönen Seiten des Herbstes.


Unser Ziel vor Augen gibt es nochmals einen kurzen Fotohalt.